Laufen!

Mit dem Joggen habe ich im Sommer 2001 angefangen, es war ein Samstag und ich habe in einer Buchhandlung das Strunz-Buch „forever young“ gekauft. Nachdem ich ca. 10 Minuten auf dem Sofa lag und darin gelesen habe, bin ich in Freizeitsportschuhen losgelaufen. Das werde ich nie vergessen…das Buch hat mich unglaublich motiviert. Irgendwann habe ich mir dann richtige Laufschuhe gekauft. Sehr regelmäßig lief ich den ganzen Sommer und Herbst, nachdem die Uhr umgestellt wurde und es wieder früh dunkel wurde hörte ich wieder auf zu laufen. Um dann Ende März des folgenden Jahres wieder loszulaufen (mit den entsprechenden Einbußen was die Ausdauer anging).

In diesem Rhythmus (Frühling, Sommer, Herbst) lief ich dann bis 2005.Häufig allein, machmal mit meiner Schwester und einer Bekannten meiner Schwester.

Diese Bekannte hatte sich einer Laufgruppe angeschlossen und häufig gefragt, ob wir nicht auch Lust haben, dort mitzulaufen. Lust hatten wir irgendwie nicht. Und habe ich weiterhin meine Laufrunden gedreht. Bis eben jene Bekannte plötzlich richtig gut wurde. Sie schnaufte nicht mehr den Berg hoch, brauchte keine Gehpausen mehr und wurde sogar etwas schneller.

Irgendwann habe ich mich dann mal aufgerafft mit zur Laufgruppe zu gehen. Die Leute waren nett, es gab für unterschiedliche Leistungsstufen entsprechende Gruppenleiter und nach einem „Probetraining mit Stufentest und Auswertung“ gab es einen kostenlosen vierwöchigen Trainingsplan. Einmal in der Woche trafen wir uns 18.30 Uhr um dann 18.45 Uhr loszulaufen.

Das hat mir richtig gut gefallen und viel Spaß gemacht, nach vier Wochen habe ich dann ein Jahrestrainingsplan gekauft. Ohne Ziel!

Mein Ziel war es, auch im Winter im Dunkeln nicht allein Laufen zu müssen!

Allerdings habe ich die Dynamik, die so eine Gruppe entwickelt, unterschätzt. Beim wöchentlichen gemeinsamen Training wurde, was sonst, natürlich häufig über Laufen, Training und Laufziele gesprochen. Oft wurde ich gefragt welchen Lauf ich denn als nächstes laufen werde.

Die Läufer waren alle sehr ehrgeizig und Bestzeiten total wichtig. Irgendwie fand ich das zuerst toll, allerdings war mir das nach wie vor nicht so wichtig. Im Herbst, bei einem weiteren gemeinsamen Training wurde dann über die Möglichkeit gesprochen, über eine Gruppenanmeldung einen Rabatt für den Hamburg-Marathon zu bekommen.

Tja, ich bin dann mit dem Anmeldezettel nach Hause gefahren. Der Gatte findet Marathon (als Tennisspieler) nicht wirklich spannend (ich bis dahin ja auch nicht). Nachdem die Laufbekannte, die mittlerweile eine sehr gute Freundin ist, in Hamburg unbedingt laufen wollte und mich bequatscht hat ohne Ende habe ich dann mal im Hotel Hafen Hamburg Doppelzimmer für uns gebucht und die Anmeldung abgeschickt.

Das Training, vor allem die langen Läufe haben wir oft gemeinsam absolviert und uns gegenseitig motiviert. Es hat Spaß gemacht, es war zu Teil echt ätzend, es war anstrengend und hat mein Leben positiv verändert. Ich habe gemerkt, das ich zäh bin und mich durchbeissen kann.

Am 23. April 2006 wurde so aus einer Joggerin eine Läuferin. Der Lauf war schön, tat weh und war unglaublich emotional, bei Zieleinlauf war ich den Tränen nahe, nur wegen dem Zielfoto habe ich nicht geweint 😉

Und ich habe Blut geleckt!

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Über juniwelt

Hier schreibe ich vieleicht später etwas...
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6 Antworten zu Laufen!

  1. ultraistgut schreibt:

    Tja, so hat jeder seine Geschichte, schön zu lesen, wie dir es erging.

    Die Erfahrung, die du anfangs in der Gruppe machtest, hat mich auch zu dem gemacht, was ich heute bin., und ich würde jedem Anfänger empfehlen, sich einer Gruppe anzuschließen, nicht zuletzt, um immer wieder aufs Neue motiviert zu werden, was man am Anfang sicher nötig hat.

    Auch ich habe Laufkurse bei der VHS geleitet und mit Freude meinen Schüler entlassen, als sie alle in der Lage waren, 10 km locker zu laufen, viele von ihnen laufen heute noch mit Freude.

    Heute laufe ich am liebsten alleine, weil ich keine Motivation mehr brauche, sie höchstens weitergeben kann.

    Laufen tut einfach nur gut !

  2. ChiefJudy schreibt:

    Ich habe mit meinem Dad zum Laufen angefangen. Und dann eigentlich immer alleine, maximal mit meinem Partner. In einer Laufgruppe war ich nie, war allerdings mal kurz davor. Dennoch bin ich ein paarmal Halbmarathon gelaufen, allerdings war das die längeste Strecke. Zu den vollen 42,irgendwas konnte ich mich noch nicht aufraffen… Aber ich glaube, da würde ich mit den Knochen Probleme bekommen. Die Ausdauer ist super, aber nach den Halbmarathons haben mir immer heftigst die Knochen weh getan.

    • juniwelt schreibt:

      Nach meine Marathons hatte ich auch immer Probleme (Knie, Schienbeine oder auch gerne die Fußaußenkante etc.) Gibt sich zum Glück nach etwas Laufpause, Trainingsreduzierung und Physiotherapie wieder. Seit einiger Zeit gehe ich auch gern zum Fitness, daher bleibt fürs Laufen besonders die langen Kanten nicht so viel Zeit. Aber da ich für einen Halben angemeldet bin, muss ich mal wieder mehr trainieren.

      • ChiefJudy schreibt:

        Bei Lauftraining von ca. 8km fast täglich würde ich mir den Halben tatsächlich immernoch „aus dem Stand“ zutrauen. Wenn halt nicht die Knochen wären, wiegesagt…

      • juniwelt schreibt:

        Fast täglich 8 KM…Respekt! Das würde ich auch gern schaffen, mehr als 3x wöchentlich ist zeitlich nicht drin.

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